Kann man als uni-polarer Mensch durch AD bi-polar werden?
Hallo, ich bin neu hier und habe mich die letzten Wochen ein wenig eingelesen.
Ich bin vor zwei Jahren in einer Klinik mit der Diagnose "rezidivierende depressive Störung" diagnostiziert worden.
Ich fing nach der Entlassung dann zum ersten Mal (bin heute 34) in meinen Leben mit der Einnahme von Anti-Depressiva an.
Zuerst nahm ich Citalopran ein. Meine Stimmung wurde besser aber nach einigen Monaten ging es mir "zu gut", ich war ständig hibbelig und total überdreht.
Dann hat mein Arzt mich auf Trevilor Retard umgestellt, 150mg. Da ging nach circa 3 Monaten das gleiche Spiel los.
Dieser Arzt, sowie seine Vertretung bei der ich mal war, murmelten beide was von "bi-polar". Hinterher habe ich mich dann im Netz schlau gemacht und war...ähem...etwas vor den Kopf geschlagen. Bis dato war ich einfach "nur" depressiv, also zumindest so diagnostiziert.
Bei meinem letzten Arzttermin im Oktober meinte mein Arzt, wir könnten es mal mit Litium probieren. Aber dann las er meine Akte nochmal und sah, dass ich Schilddrüsenunterfunktion habe (durch Hashimoto), d.h. da darf ich kein Litium einnehmen.
Darauf hin beschloss er, dass ich 225 mg von dem Trevilor Retard einnehmen soll und entließ mich damit.
Ich war total verzweifelt, fühlte mich nicht ausreichend behandelt. Bin dann zu meiner Hausärztin, die hat mich jetzt an einen anderen Neurologen / Psychater überschrieben und dort habe ich jetzt an diesem Freitag (5.12.) endlich meinen Termin. Ich kann es kaum erwarten.
Ich war die letzten Wochen ja sowas von überdreht, energiegeladen, voller Ideen und rasenden Gedanken...ich hielt es kaum mehr aus. Also habe ich statt mehr von dem Trevilor einzunehmen, das ganze halbiert, nehme jetzt nur noch 75mg.
Meine Frage ist jetzt: Ich bin doch nicht bi-polar, oder? Zumindest nicht von Haus aus. Ich denke eher, dass die AD mich dazu "gemacht" haben.
Das fragte ich auch den Arzt im Oktober aber der meinte, dass ein uni-polar depressiver Mensch auf AD eben NICHT so reagieren würde!
Wie sind da eure Erfahrungen?
Ich habe schon ein wenig Angst davor, bi-polar zu sein. Na ja, bald werde ich es rausfinden...
AW: Kann man als uni-polarer Mensch durch AD bi-polar werden?
Nein Antidepressiva können dich nicht bipolar "machen".
Es kann sein, dass du bipolar bist, die krankheit (also der Anteil nach oben) aber bisher glücklicherweise noch nicht ausgebrochen ist, die bipolare krankheit also mit einer (oder mehreren?) depressiven phase begonnen hat.
Aber schilder deinem Arzt erstmal möglichst genau die Symptome, die du hast/hattest.
Die Hibbeligkeit könnte auf ne Bipolare Störung schliessen lassen, aber es kann genau so gut nur eine Nebenwirkung des AD sein.
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You've been alone for far too long
So long, return
AW: Kann man als uni-polarer Mensch durch AD bi-polar werden?
hallo,
ich war 11 jahre "nur " depressiv dann hatte ich eine manie.ich hatte wie du angst bipolar zu sein. bin dann zu einer bipolaren sprechstunde und habe einen test gemacht und dann kam die diagnose bipolar 2. jetzt nehme ich medikamente und gehe zur sprechstunde, zur selbshilfegruppe ab und zu und mutter bin ich auch. was ich dir sagen möchte es ist möglich damit zu leben. und ich verstehe dein arzt nicht denn trevilor dürfen menschen mit einer bipolaren erkrankung nicht nehmen da es manien auslösen kann ich hab es auch nicht vertragen,
schreib doch auf wie es dir geht . ist wichtig für dich und deinen arzt.und bipolar ist man nicht wenn es einem zu gut geht. bei mir war das so das ich die manische pahse so ca. 2 monate hatte und die depriphase 4 ! monate hatte. und die bipolare erkrankung wird wahrscheinlich vererbt! mein arzt sagt die ärzte wissen noch nicht viel über die erkrankung. guck doch mal auf die seite :deutsche gesellschaft für bipolare störungen.
AW: Kann man als uni-polarer Mensch durch AD bi-polar werden?
Hallo,
Willkommen hier!
Führen bei Dir bereits geringe Dosen von AD zu Hypomanie-Symptomen oder erst mittlere bis höhere?
Wenn das bereits unter geringen Dosen auftritt, besteht wohl schon eine Veranlagung zu Hypomanien. Treten sie jedoch erst unter AD (oder anderen psychoaktiven Substanzen) richtig auf, kann man noch nicht von einer Bipolar-II-Störung sprechen.
Lithium ist nicht das einzige Phasenprophylaktikum, das bei bipolaren Störungen eingesetzt werden kann; eine Reihe von Antiepileptika hat sich da ebenfalls bewährt, z.B. Lamotrigin, Carbamazepin, Topiramat. Diese Medikamente können (Hypo)Manien und Depressionen dämpfen und lassen sich auch mit AD kombinieren.
VG, Melanie
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"Well, I'm numb but that's my style, I've been numb for a little while – and it's all right, yes it's all right"
AW: Kann man als uni-polarer Mensch durch AD bi-polar werden?
Danke für eure Antworten!
Hmm...ich kann jetzt gar nicht mehr sagen bei welchen mg Citalopran ich damals war. Bei Trevilor begann es nach so 2-3 Monaten und ich nahm immer 150mg.
Wenn ich mir die bipolar Seiten so durchlese, erkenne ich mich schon wieder.
Ich fühle mich auf einmal toll, bin voller Tatendrang und Ideen, sage Dinge, die ich normalerweise nie sagen würde (leider, hab einiges blödes Zeugs angestellt :( ), Schlafbedürfnis sinkt dramatisch, etc.. Dann der ständige Rededrang obwohl ich eher ein ruhiger Mensch bin. Ich muss dann immer im Mittelpunkt stehen und das bin ich so überhaupt nicht, normalerweise.
Wenn ich sage, es geht mir "zu gut" und ich bin hibbelig...ich meine damit, dass mich dieses Hypomane (wenn es das denn überhaupt ist) nach einigen Tagen ziemlich nervt. Ich bin's einfach net gewohnt und es macht mich fertig.
Gut anfühlen tut sich das nur ne bestimmte Zeit lang, irgendwann will ich mich dann am liebsten nur noch "abschalten". Also ich wünschte dann ich hätte nen Schalter, den man auf "aus" stellen kann. Wisst ihr, was ich meine?
AW: Kann man als uni-polarer Mensch durch AD bi-polar werden?
Hi Eterniti,
erstmal ein liebes hier.
Meine Diagnose ist ua. auch rez. Depression.
Ich habe das Gefühl, ich laufe auf Hochtouren aber komme nicht vom Fleck, kann mich nicht nach vorne bewegen. Keinerlei Antrieb.
Für Aussenstehende bin ich die absolute Powerfrau.
Für meinen Arzt bin ich weiter rez. Depri.
Ich fühle mich nicht als bipolar, bin es auch nicht lt. Ärzten - sondern eher hapert es an dem + und - Ausgleich. Meine "hoch" Phasen sind nur im Kopf.... Kreativität...
leben tue ich Antriebslosigkeit.
Inwieweit das nun mit deinen Medis, bzw. Schilddrüsenerkrankung in Verbindung zu bringen ist kann ich nicht beurteilen.
Ich nehme inzwischen leichte sedierende Medis da auch die Alternativmedizin nicht griff.
Langsam finde ich meine Ruhe wieder...
Ohje, hoffentlich war mein posting nicht zu verwirrend...
LG seelenkunst
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ICH BIN ICH und ich hoffe es immer mehr zu werden...
Man muß viel Chaos in sich tragen um einen tanzenden Stern zu gebären( Nietzsche)
AW: Kann man als uni-polarer Mensch durch AD bi-polar werden?
ich bin angeblich bipolar II, glaube aber nicht daran.
Ich hatte aber zwei hypomane Phasen (evtl. hypoman, bin nicht sicher) und die unter ad´s.
Ich denke da bestand ein großer zusammenhang zwischen den Medis und den gefühlen.
Ich denke die medis können hypomane phasen auslösen. Aber ob das dann gleich bipolar ist ?
Inzwischen nehme ich schon lange abilify als stimmungsstabilisierer und hatte seitdem keine hypomanen phasen mehr.
AW: Kann man als uni-polarer Mensch durch AD bi-polar werden?
Hallo . ich habe da mal eine Frage, aber bitte net lachen. Man unterscheidet bipolare Störung1u. 2. Worin besteht denn eigentlich der Unterschied?Also habe ich es jetzt richtig verstanden, dass wenn man eine bipolare Störung2 hat z.B. nicht morgens Trevilor und abends Lithium nehmen darf, da dies kontraindiziert ist?Würde gerne einen Rat von Euch bekommen. Liebe Grüsse Karen
AW: Kann man als uni-polarer Mensch durch AD bi-polar werden?
Also von den Medis habe ich keine Ahnung.
Aber der Unterschied ist:
Bipolar I:
depressiv und manisch (richtig manisch)
Bipolar II:
depressiv und hypomanisch (abgeschwächte Form der Manie)